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Die Klettergriffe:

Jeder der sich schon mal im Kletterladen  nach Griffen umgesehen hat weiss wie
kostspielig diese sind. ( 10er Set gemischte Griffe  ca. 80 - 120 €).
Dennoch: Klettergriffe und Trainingsboards zum fairen Preis gibts unter www.verticalextreme.de

 

Ein Tipp hierfür: SELFMADE


Klettergriffe selbstgemacht:


Klettergriffe lassen sich aus verschiedensten Materialien herstellen. Wer handwerklich
sehr geschickt ist kann sie sich aus Holz schnitzen. (sehr zeitaufwendig) Habe Beispiele
aus Eichenholz gesehen. Waren sehr schön gefertigt und zudem griffig, aber mir wurde abgeraten,
da der Aufwand einfach zu gross ist.
Habe mich dann weiter schlau gemacht und den Tipp eines Österreichers gefunden der sich einfach
Bachsteine an die Wand geschraubt hat. Naja.

Viele der handelsüblichen Klettergriffe bestehen aus diversen Kunstharzen, Quarzsand und Farbzusätzen.
Das klingt nicht sehr komplitziert und so habe ich mich auf die Suche nach den Materialien gemacht und
diese Methode ausprobiert. Das Ergebnis hat mich überrascht.


Benötigte Materialien für ca. 15 Griffe verschiedenster Größen:

3 kg Polyesterharz

0,3 lt Härter

5-10 kg Quarzsand ( Korngrösse egal je größer desto rauer wird der Griff)

Fingerfarben nach Wahl

Büffelwachs (im Farbengeschäft erhältlich)


-----------------------
Kosten ca.40 €


Hat man alle Materialien besorgt kann's losgehen.

Bevor wir jedoch mit dem modelieren der Griffe beginnen brauchen wir Formen, am besten aus Gips.
(Die abgemischte Masse ist eher pröcklig deshalb ist es besser Sie in Formen zu gießen)
Ich hab mir zudem 25 kg Ton besorgt. Daraus hab ich meine Griffe geformt.

Achtung !!!!

Die Modelle aus Ton sind ausschlaggebend für das spätere Endprodukt, also gebt euch Mühe. Natürlich hat
man daheim keinen Brennofen um die Tonmodelle zu brennen, aber es reicht schon wenn man Sie ein paar Tage
im Warmen ( Heizraum) trocknen lässt.

Die fertigen Tonmodelle habe ich in ein Plastkgefäß gestellt und mit Gips übergossen. Aufpassen muss man bei dieser
Methode allerdings dass man keine negativen Stellen am Tonmodell hat, da man sonst die Gipsform zerstören muss um an den
fertigen Griff zu gelangen.

Nach einem Tag ist die Gipsform fertig und wir können das Tonmodell entnehmen. Entstandene überflüssige Kanten mit einem sch
arfen Messer abschneiten und fertig ist unsere Vorlage. Wenn man beim Tonmodell aufgepasst hat und keine negativen
Stellen geformt hat (konisch von oben nach unten) kann man aus dem Gipsnegativ nun x-belibig viele Griffe gießen.
Es empfiehlt sich natürlich viele solcher Vorlagen zu gießen um später ein breites Spektrum an Griffen zu haben.


Mit dieser Methode kann man schon sehr viele verschiedene Grifformen gießen, aber was ist  mit Hintergriffen?
Die haben ja eindeutige negative Stellen. Mit dieser Methode müßte ich jedesmal meine Gipsform zerstören um
einen Hintergriff zu haben.


Hintergriffe und besondere Griffe:

Um ein Model für solche Griffe zu erstellen muss man entweder zwei Gipsformen machen, oder....



Vorlagen aus Silikon...


machen. Dazu nehme ich einfach mein Tonmodell und überziehe es mit handelsüblichen Silikon. Es sollte jedoch
eine etwas dickere Schicht sein damit sie später nicht reisst. Silikon hat den Vorteil dass es im trockenen Zustand elastisch ist.
So kann ich nach dem Gießen meines Griffs das Silikonmodell einfach runterziehen.
Nach dem Trocknen (1-2 Tage) Tonform entnehmen und fertig ist die Vorlage.


Jetzt gehts endtlich ans Eingemachte:

Die Gips- und Silikonvorlagen bereitstellen. Die Gipsvorlage muss ich noch mit dem Büffelwachs ausstreichen
10 min. trocknen lassen und dann noch einmal ausstreichen, da sie sonst der Harzmasse die Feuchtigkeit entzieht.
Bei den Silikonmdellen ist dies nicht notwendig.

Ich mische nun das Harz mit dem Härter (Menge des Härters ca 1/10 vom Harz) und vermische das ganze durch umrühren. Jetzt
gebe ich den Quarzsand dazu. Die große Kunst ist es nun die Menge des Quarzsandes zu bestimmen. Ich kann euch nur raten zu
testen. Die fertige Masse sollte nicht bröcklig sein aber auch nicht zu flüssig. Zum Schluss kann man noch die Fingerfarbe
dazugeben und natürlich alles wieder gut vermischen.

Das Harz-Sand-Gemisch gießen wir nun in die Formen. Zu beachten ist dabei dass die Oberfläche, also die Fläche mitder der Griff
später an die Wand geschraubt wird ganz glatt ist, damit der Griff auch bei festem Anschrauben nicht zerplatzt. Die Löcher
für die Schrauben werden wir später reinbohren.

Nach 1-2 Tagen kann man den Griff von der Vorlage trennen. Er sollte nun hart wie Stein sein, sonst noch einige Tage trocknen lassen.


Nachbearbeitung der Kunstgriffe:


Ein Kunstgriff ist durch seine Bestandteile nur Kunstoff und Sand. Er kann daher wie Kunststoff behandelt werden,
 also angebohrt, geschliffen und durch Schleifen ummoduliert werden.
Zu beachten gilt: Man sollte Steinwerkzeuge (Bohrer, Schleifscheiben etc.) verwenden. Nach der Nachbearbeitung sollten
zur Vermeidung von Verletzungen keine scharfen Kanten vorhanden sein!




Zur Montage der Griffe:


Bei der Montage der Griffe gilt stets zu beachten, dass der Untergrund total eben ist. Kleinste Unebenheiten können den Griff zerstören. Ein Kunstgriff ist von seiner inneren Struktur mit Keramik oder Glas zu vergleichen. Keramik und Glas haben einen sehr hohen statischen Wert. Sie kennen sicher die Vorführungen bei denen ein mehrere Tonnen schwerer LKW auf Gläser unter den Rädern gestellt wurde. Man sieht die statische Belastbarkeit ist sehr hoch. Versuchen Sie ein Glas jedoch auf einen Untergrund anzuschrauben auf dem nur ein Stecknadelkopf liegt, wird Ihnen das Glas zerplatzen. Ähnlich ist es auch mit Griffen.
Besonders bei den kleinen Griffen möchten wir Ihnen ans Herz legen einen planen Untergrund zu schaffen da hier die Schraube auf eine ganz kleine projizierte Fläche drückt. Die kleinen Griffe sind hiermit die empfindlichsten in den Serien. Ein rauer Untergrund ist jedoch unbedingt zu empfehlen, da man den Griff gegen Verdrehen nicht so stark anziehen muß. Dies kann beispielsweise eine raue Farbe wie Paintwall (siehe Zubehör) bewirken.
Bei unebenen Flächen wie Mauern mit Strukturen, grober Verputz oder strukturierte GFK Platten empfiehlt es sich mit Gummiunterlage zu arbeiten um die Unebenheiten auszugleichen.
Sollten Sie bei uns Schrauben mitbestellen, geben Sie bitte die Dicke Ihrer Unterkonstruktion (Holzplatte) an, damit wir für jeden Griff die passende Schraube liefern können!

Pflege der Griffe:


Die Griffe sollten von Zeit zu Zeit gereinigt werden, da sich beim Klettern immer Handschweiss, und Hautpartikel absetzen. Zusammen mit verwendetem Magnesia bildet sich mit der Zeit ein richtiger Schmierfilm.
Die Griffe können mit allen möglichen Seifen geputzt werden. Auch ein Scheuern auf der Griffoberfläche mit Nylon- oder Drahtbürsten tun der Haltbarkeit keinen Abbruch.

Zu beachten ! Ein Kunstgriff darf nicht mit Säuren oder hochkonzentrierten Laugen in Berührung kommen.

Ansonsten hat jeder sein eigenes Rezept. Ratsam auf alle Fälle mit heißem Wasser an den Griff gehen, da in erster Linie das Fett gelöst werden muss. Die Profis und Kletterhallen gehen folgendermaßen vor: Die Griffe werden von der Wand demontiert, auf ein Nagelbrett aufgelegt und mit einem Dampfhochdruckreiniger bearbeitet. Dies ist die wohl schnellste Methode.